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20. August 2008
Mit “Moin, Moin” an die neue Aufgabe

Pater Otto Nosbisch verlässt Borbeck und ist neuer Direktor in Calhorn

Eine ganz wichtige und das St. Johannestift der Salesianer auf besondere Weise prägende Persönlichkeit verlässt nach dem Ende seiner dritten Amtszeit Borbeck: Pater Otto Nosbisch (49) war seit 1999 Direktor der Niederlassung an der Theodor-Hartz-Straße, zu der das Don-Bosco-Gymnasium, der Don-Bosco-Club und die Pfarrei St. Johannes Bosco gehören. Außerdem haben hier der von den Don Bosco Schwestern geleitete Kindergarten und die DJK Eintracht Borbeck ihre Heimat. Sein Lebensweg hatte ihn allerdings bereits in den 1970er Jahren ins Herzen des Ruhrgebiets geführt.

Otto Nosbisch lernte in Köln die Salesianer Don Boscos kennen. In der rheinischen Metropole verbrachte der junge Postbeamte seine Freizeit im Don-Bosco-Club Köln-Mülheim. Er spürte schon bald, dass seine Berufung ihn nicht allein als Briefträger zu den Menschen führen sollte. So kam der junge Salesianer 1977 zum ersten Mal nach Essen ins St. Johannesstift. In dieser Zeit unterstützte er die nachmittägliche Lern- und Freizeitbetreuung des Don-Bosco-Gymnasiums und setzte zugleich seine schulische Laufbahn an der städtischen Abendrealschule und anschließend am bischöflichen Abendgymnasium fort. Nach dem Abitur ging es zum Studium ins bayerische Benediktbeuern an die dortige salesianische Hochschule. Hier wurde Otto Nosbisch 1991 zum Priester geweiht und anschließend an seinem Ausgangsort Köln-Mülheim als Leiter des Jugendzentrums Don-Bosco-Club eingesetzt. Außerdem übernahm er die Stelle des Jugendpastoralbeauftragten der Salesianer Don Boscos.

In dieser Funktion gab es bei den salesianischen Sportspielen 1996 in Catania ein erstes längeres Wiedersehen mit Essener Weggefährten. Damals noch mehr als frommer Wunsch geäußert, sollte dieser drei Jahre später Wirklichkeit werden. P. Otto Nosbisch wurde zum Direktor ans St. Johannesstift berufen und leitete mit seiner Amtszeit einen Kurswechsel am Don-Bosco-Gymnasium ein. Die Koedukation - noch unter seinem Vorgänger P. Ferdinand Lohbusch beschlossen - wurde eingeführt. Im August 1999 kamen die ersten Mädchen in den Jahrgangsstufen 5 und 11 ans DBG. Ein Vorgang, der landesweit für breites mediales Aufsehen sorgte.

P. Otto Nosbisch gestaltete, packte an und setzte Vorhaben in die Tat um. Ein Beispiel: die Renovierung der Hauskapelle, die seit den 1980er Jahren immer wieder im Raum stand - noch vor dem Ende seines erstes Direktorenjahres war das Vorhaben endlich gelungen. Er setzte in den folgenden Jahren weitere Akzente, die nach außen sichtbar wurden. Und so wundert es nicht, dass am Ende seiner Amtszeit die lange überfällige Sanierung der Pausenhalle steht, die zum kommenden Schuljahr in einem völlig neuen Ambiente erstrahlt. Das Erfolgsrezept?
„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ - ob dieses Motto nun wirklich von Don Bosco stammt oder ihm nur zugeschrieben wird - auf P. Otto Nosbisch passt es allemal. Mit seinem Lachen, seiner offenen Art und seiner einnehmenden Persönlichkeit ist er ein Menschenfänger im positivsten Sinne, der mit seiner Spiritualität, seinem Tun und dem, was er zu sagen hat, seine Mitmenschen begeistern kann.
Diese Eigenschaften halfen ihm auch in schwierigen Situationen. Viele Herausforderungen galt es während seiner Amtszeit in Essen-Borbeck zu bestehen, die teilweise auch die Existenz der Niederlassung bedrohten. So beschloss die alte Landesregierung 2004, den Eigenanteil der privaten Schulträger zu erhöhen, was auf Dauer möglicherweise das finanzielle Aus für das Don-Bosco-Gymnasium bedeutet hätte. Dieser Beschluss wurde unter der neuen Landesregierung wieder zurückgenommen. Trotzdem ist es in Zeiten schwindender finanzieller Unterstützung, insbesondere für die Einrichtungen der „Offenen Türen“, für die Jugendarbeit wichtig, Netzwerke zu schaffen. Ein wichtiger Bestandteil sind die in jüngster Zeit gegründeten Stiftungen, die helfen, das Engagement für Jugendliche aufrecht zu erhalten und nachhaltig zu sichern. Sie zeigen die Verbundenheit mit dem Werk und der Arbeit der salesianischen Familie. Dazu gehören Schüler, Eltern, Ehemalige, Lehrer, Patres, die Gemeinde St. Johannes Bosco, der Don-Bosco-Club mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfern, der Don-Bosco-Kindergarten mit den ihn leitenden Don-Bosco-Schwestern und viele Förderer und Mitarbeiter in unzähligen Bereichen. Ihr Engagement steht unter dem Leitwort der Salesianer Don Boscos „Damit das Leben junger Menschen gelingt“.
Das sichtbarste Zeichen dieser Verbundenheit und dieses Wirkens war sicher die Austragung der salesianischen Sportspiele 2007, bei denen mehr als 1200 Jugendliche aus 13 Ländern zu sportlichen Wettkämpfen, religiöser und kultureller Begegnung ins Ruhrgebiet kamen.
Wie blickt P. Otto Nosbisch nach neun Jahren auf seine Amtszeit in Borbeck zurück? „Es ist ein Mehr an Bewusstsein gewachsen für unser Anliegen, im Geiste Don Boscos für junge Menschen da zu sein, ungeachtet unserer Rolle, die wir in der Gesellschaft haben. Es ist deutlich geworden: Wir sind ein salesianisches Werk, wir sind eine salesianische Familie mit dem pastoralen Auftrag in den Stadtteil Borbeck und die Diözese Essen hinein“.

Auf der Abiturfeier 2008 machte er dieses zentrale Anliegen noch einmal deutlich: „Oft werde ich gefragt: `Was ist das Besondere an euch?` Wir sind kein klassisches humanistisches Gymnasium, wir sind kein naturwissenschaftliches und auch kein Sportgymnasium. Was wir sind und sein wollen, steht im Vorwort unseres Schulprogramms: Es geht uns um die Umsetzung der Idee unseres Ordensgründers Johannes Bosco mit seinem abgeleiteten und auf unsere Zeit hin formulierten Erziehungsauftrag nach salesianischem Stil. Daraus ergeben sich zwei Merkmale:
 Die Schaffung und Wahrung der Atmosphäre des salesianischen Oratoriums, womit Geborgenheit und Angenommensein gemeint sind, das Suchen nach dem tieferen Sinn des Lebens, das systematische Lernen und Vorbereiten auf die Anforderungen des Lebens und alles menschliche Miteinander, Freude, Vergnügen und Optimismus.
 Die Deutung des Lebens in seiner religiösen Dimension.
Diese sozialen und menschlichen Kompetenzen sind es, um die es uns bei der Ausbildung und Begleitung junger Menschen geht. Verantwortungsbereitschaft in der Gesellschaft und Solidarität mit dem Nächsten ist das, was wir vermitteln wollen. An eurem Handeln und Lebensstil erkennen die Menschen, was das Besondere am Don-Bosco-Gymnasium ausmacht.“

Den Erhalt und weiteren Ausbau des St. Johannesstiftes als pastorales Zentrum in Essen-Borbeck wünscht sich P. Otto Nosbisch auch für die Zukunft. „Ich hoffe, dass es weiterhin als ein Leuchtturm innerhalb der salesianischen Niederlassungen Deutschlands bzw. als kleines ‚Valdocco im Ruhrgebiet’ (= erste Wirkungsstätte des Heiligen Johannes Bosco im Norden Italiens) wirkt und wahrgenommen wird, so wie es unser Provinzial und der Regionalbeauftragte für die Salesianer in Europa nach ihren Visitationen bezeichneten.“
Mit Wehmut nimmt P. Otto Nosbisch auch Abschied von der salesianischen Kommunität in Essen: „Ich habe mich in dieser Mitbrüdergemeinschaft immer sehr wohl gefühlt und werde sie vermissen.“
Ab der nächsten Woche leitet er die Jugendbildungsstätte im niedersächsischen Calhorn und wird von dort die Berufepastoral ausbauen, um den Ordensnachwuchs der Salesianer in den kommenden Jahren zu beleben. Die Verbindungen nach Essen werden dabei sicher nicht abreißen. Viele können sich das Don-Bosco-Gymnasium und das St. Johannesstift ohne ihn auch gar nicht vorstellen. Und sie hoffen daher, dass aus dem „Niemals geht man so ganz“ irgendwann ein „Ich bin wieder hier – in meinem Revier“ wird.

11. Juni 2007
Mit Schubarre und Schaufel - Hilfe beim Bau einer Kirche in Rumia

Albert Pille vor der Ehrentafel: Auf der bronzenen Tafel sind viele Menschen verewigt, die den Kirchenbau ermöglicht haben.

Wenn Anfang der Achtziger Jahre Christen aus Südoldenburg sich auf den Weg hinter den Eisernen Vorhang machten, so war das durchaus mit Gefahren verbunden. Mürrische DDR-Grenzer kontrollierten an der Grenze in Helmstedt, in Polen war es nicht anders. Um so erstaunlicher, dass der Kirchenbau in Rumia gelang. Ein Verdienst, der auch Albert Pille aus Steinfeld zuzuschreiben ist.
Gleich zwei Jubiläen wurden jetzt in Rumia bei Danzig gefeiert. Einmal das siebzigjährige Wirken der Salesianer im Ort, dann das fünfzigjährige Bestehen der Pfarrgemeinde. Ohne Hilfe aus dem Oldenburger Land, besonders ohne Albert Pille aus Steinfeld, wäre das in dieser Form nicht möglich gewesen.
Dramatische Minuten an der innerdeutschen Grenze. Damals, als es noch den Eisernen Vorhang gab. Wo die DDR die deutschen Nachbarn misstrauisch beäugte, gar als bedrohlich einstufte. Albert Pille schaut sich um, sucht die Toilette auf. Immer in der Gefahr, angehalten und durchsucht zu werden.

Gefahr an der Grenze
Die siebzigtausend Mark liegen wie Blei in seinen Taschen. Das Geld ist für seine polnischen Freunde bestimmt. Noch ist es unsicher, ob es sein Ziel erreicht. Michael Neqowski wartet schon vor den Waschbecken. Die beiden wechseln kein Wort miteinander. Das wäre zu auffällig, Blickkontakt muss reichen. "Am hellichten Tag, und überall waren Soldaten", erinnert sich Neqowski. In einem unbeobachteten Augenblick zieht Pille das Geld aus der Tasche und steckt es dem Polen zu. Beide Männer steigen in ihre Autos  und fahren in verschiedene Richtungen davon. Im Rückspiegel wird der Grenzposten immer kleiner. Albert Pille ist erleichtert. Denn er weiß, dass die Spendengelder aus dem Oldenburger Land dort angekommen, wo sie gebraucht werden.
Ohne deutsche Hilfe wäre es wohl kaum möglich gewesen, die Kirche "Maria von der immerwährenden Hilfe" zu bauen. Aber besonders Dank des Einsatzes von Landwirt Albert Pille aus Steinfeld gelang es doch. In den Achtziger Jahren sammelte er unermüdlich Spenden für Rumia. Mit Pater Paul Thörner fuhr er durch das Oldenburger Land, stellte das Projekt vor, ging Klinken putzen und sammelte Spenden.

Nach der Werft beim Kirchbau
Auf eigene Faust brachte Pille auch Lebensmittel und Kleidung nach Polen, half so auf der Baustelle den Arbeitern. Er unterstützte die rund hundertzwanzig Freiwilligen, die täglich umsonst auf dem Bau schufteten. "Nach der Arbeit auf der Lenin-Werft kamen sie hierher und arbeiteten weiter", sagt Pille. Anfangs war er fünf bis sechs Mal im Jahr da. Auch Michael Neqowski erinnert sich. "Außer einen Betonmischer hatten wir keine Maschinen, nur Schubkarren und Schaufeln", sagt er. Die Kirche sei echte Handarbeit.
Am 24. Mai dieses Jahres wurde in der Kirche zu Rumia gefeiert. Pfarrer Jan Oleksiuk und Provinzial Georg Worek bedankten sich bei den deutschen Gästen für ihre Hilfe. Im Verlauf der zweistündigen Messe ergriff Albert Pille das Wort. Er erinnerte auch an die Anfänge in den Achtziger Jahren. "Früher kontrollierten uns strenge Staatsorgane an zwei Grenzen", sagte er. Heute sei der Weg zueinander leichter geworden. Er bedankte sich bei allen Spendern aus dem Oldenburger Land. Während der Feierlichkeiten wurde zudem an die Geschichte der Kirche erinnert.

"Noch vor siebzig Jahren war hier nur ein wildes Feld", sagte Pater Georg Worek in seiner Predigt. Nun seien hier die Kirche und die salesianischen Schulen, "ein Geschenk Gottes." Ohne Spenden aus dem Oldenburger Land sei dies nicht möglich gewesen. Der Kontakt zu den Jugendlichen bestehe Tag für Tag, so habe es Don Bosco gewollt.

"In dieser Kirche schlägt das Herz Marias", predigte er. Begonnen hatte alles mit einer kleinen Holzkapelle. Während des zweiten Weltkrieges wurde diese Kapelle als Parteihaus genutzt. Ein Jahr nach Kriegsende wurde im Pfarrhaus ein Zimmer für Waisenkinder eingerichtet, woraus sich 1948 ein Kinderheim entwickelte. Am 1. Mai 1957 erfolgte die Gründung der Gemeinde Heilige Maria der immerwährenden Hilfe. Am 1. August 1979 begannen die Bauarbeiten für die neue Kirche, die 1988 von dem damaligen Oldenburger Weihbischof Max-Georg von Twickel mit eingeweiht wurde. Die Bauweise soll an ein Schiff erinnern. Denn rund um Danzig und Rumia gibt es viele Seemänner und Werftarbeiter. Schiffe gehören zu ihrem Alltag.

Das Gotteshaus beherbergt praktisch zwei Kirchen, die auf unterschiedlichen Stockwerken liegen: Es können zwei Messen zugleich gefeiert werden. Und das ist in dem auch heute noch tief katholischen Polen auch durchaus notwendig.

Geschrieben von: Julia Hollwedel

 

21. Mai 2007
Schulendtage in Calhorn

Alle vier Abschlussklassen der Hauptschule der Michaelschule (9H1 bis 9H4) haben ihre drei bzw. viertägigen Schulendtage in der Jugendbildungsstätte Calhorn in Essen (Oldenburg) durchgeführt.

Es war eine tolle Zeit mit Robert Luttikhuis und Jan Klavon, mit intensiven Gruppen- und Einzelarbeiten, mit erlebnisreichen Spielen in der Freizeithalle, einem romantischen Lagerfeuer mit Nachtwanderung, einem sehr  nahegehenden Gottesdienst mit Pater Thörner und hervorragender Verpflegung mit Unterkunft. Mit diesen Erlebnissen kann eine Klassenfahrt nicht mithalten.

Geschrieben von: H. Völkering

 

10. Mai 2007
Einsatz für Andere

20 Ehrenamtliche aus verschiedenen Schützenbruderschaften aus den Landkreisen Vechta und Cloppenburg, von Rottinghausen bis Löningen nahmen kürzlich im Haus Don Bosco in Calhorn an einem Ausbildungswochenende für Jugendleiterinnen und Jugendleiter teil.

Unter der Leitung von Sandra Anneken, ehrenamtliche Schulungsmitarbeiterin des Landesbezirks und Annlen Hunfeld-Warnking, Referentin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), setzen sie sich unter anderem mit rechtlichen Fragen, verschiedensten Methoden der Jugendarbeit und den Anforderungen an Leiter auseinander. Dabei entwickelten sie eigene Gruppenstundenmodelle und werteten sie gemeinsam aus. Einige der Engagierten, die zwischen 16 und 50 Jahren alt waren, sind bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Nachwuchsarbeit ihrer Schützenbruderschaft tätig. 
Das Seminar war der Auftakt der insgesamt 50 Stunden umfassenden Ausbildung zum Jugendleiter zur Beantragung der Jugendleitercard

Geschrieben von: k.A.